Kfz Unternehmensberatung Marl – viel Arbeit muss auch einen angemessenen Ertrag bringen
Eine freie Kfz-Werkstatt kann hervorragend ausgelastet sein, einen treuen Kundenstamm besitzen und ihre Termine bereits viele Tage im Voraus vergeben, während der Unternehmer beim Blick auf das Jahresergebnis trotzdem feststellt, dass angesichts der hohen Arbeitsbelastung eigentlich mehr Gewinn übrig bleiben müsste.
Diese Situation erlebe ich in Beratungsprojekten immer wieder.
Die Werkstatt ist voll, die Mitarbeiter haben ausreichend Arbeit und auch der Umsatz sieht auf den ersten Blick gut aus, doch steigende Personalkosten, höhere Ersatzteilpreise, zusätzliche Softwarekosten, Investitionen in Werkstattausrüstung und zahlreiche weitere Kostenpositionen haben sich möglicherweise schneller entwickelt als die Preise des Unternehmens.
Deshalb ist eine hohe Auslastung für mich zunächst nur eine gute Voraussetzung. Entscheidend ist, ob aus dieser Auslastung auch ein angemessener wirtschaftlicher Ertrag entsteht.
Kfz Unternehmensberatung in Marl: Umsatz ist wichtig – Gewinn ist wichtiger
Wenn ich mit einem Werkstattinhaber über die wirtschaftliche Entwicklung seines Unternehmens spreche, gehört der Umsatz selbstverständlich zu den ersten Zahlen, die ich betrachte.
Damit beginnt die Analyse allerdings erst.
Bei einer Kfz Unternehmensberatung in Marl möchte ich verstehen, wie dieser Umsatz entsteht, welche Kosten dafür notwendig sind und welcher Deckungsbeitrag mit den unterschiedlichen Leistungen und Kundengruppen tatsächlich erwirtschaftet wird.
Wie viele produktive Arbeitsstunden werden verkauft? Welcher Stundenverrechnungssatz wird im Durchschnitt tatsächlich erzielt? Wie entwickeln sich Teilemarge und Wareneinsatz, welche Rabatte werden gewährt und welche zusätzlichen Serviceleistungen werden erbracht, ohne dass sie vollständig kalkuliert sind?
Erst wenn diese Fragen beantwortet werden, lässt sich beurteilen, wie wirtschaftlich eine Werkstatt tatsächlich arbeitet.
Mehr Umsatz kann gleichzeitig weniger Rentabilität bedeuten
Vor einiger Zeit habe ich mich in einem Beratungsprojekt intensiv mit der Kalkulations- und Ertragsoptimierung einer gut ausgelasteten freien Werkstatt beschäftigt.
Der Umsatz war über mehrere Jahre gestiegen, zusätzliche Mitarbeiter waren eingestellt worden und die Zahl der bearbeiteten Fahrzeuge hatte zugenommen.
Eigentlich hätte sich das Betriebsergebnis entsprechend verbessern müssen.
Genau das war allerdings nicht geschehen.
Bei der Analyse zeigte sich, dass verschiedene Kosten schneller gestiegen waren als die Erlöse, während der Stundenverrechnungssatz eher vorsichtig angepasst worden war und sich gleichzeitig der Teileertrag verschlechtert hatte.
Das Unternehmen arbeitete mehr.
Der Unternehmer verdiente jedoch nicht im gleichen Verhältnis mehr.
Der Preis des Wettbewerbers ist keine ausreichende Kalkulationsgrundlage
Natürlich sollte ein Werkstattinhaber wissen, welches Preisniveau andere Betriebe in Marl, Recklinghausen, Dorsten oder dem weiteren Kreisgebiet verlangen.
Trotzdem würde ich den eigenen Stundenverrechnungssatz niemals ausschließlich daran ausrichten.
Der Wettbewerber besitzt möglicherweise seine Werkstattimmobilie, während der eigene Betrieb eine hohe Miete oder Finanzierung bezahlen muss.
Vielleicht beschäftigt er weniger Mitarbeiter im Service, besitzt eine andere technische Ausstattung oder hat eine vollkommen andere Kundenstruktur.
Deshalb muss zunächst geklärt werden, welchen Stundenverrechnungssatz das eigene Unternehmen benötigt, um sämtliche Kosten zu decken und einen angemessenen Gewinn zu erwirtschaften.
Erst danach sollte betrachtet werden, wie dieser Preis im regionalen Markt einzuordnen ist.
Fünf Euro können über ein Jahr viel Geld bedeuten
Nehmen wir eine vereinfachte Modellrechnung für eine Werkstatt, die jährlich 8.000 produktive Arbeitsstunden verkauft.
Liegt der wirtschaftlich notwendige Stundenverrechnungssatz lediglich fünf Euro über dem tatsächlich realisierten Wert, entspricht das rechnerisch einer Differenz von 40.000 Euro pro Jahr.
Bei zehn Euro wären es bereits 80.000 Euro.
Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass jede Werkstatt ihren Stundenverrechnungssatz pauschal um fünf oder zehn Euro erhöhen sollte.
Kundenstruktur, Wettbewerb, Positionierung und Leistungsangebot müssen berücksichtigt werden.
Die Rechnung zeigt allerdings, warum vermeintlich kleine Kalkulationsunterschiede bei mehreren Tausend verkauften Arbeitsstunden erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen besitzen können.
Ein Werkstattinhaber sollte deshalb nicht nur wissen, welchen Preis seine Kunden heute bezahlen, sondern vor allem, welchen Preis sein Unternehmen langfristig benötigt.
Eine Werkstattstunde finanziert wesentlich mehr als den Mechaniker
Dieser Zusammenhang wird von Kunden verständlicherweise nicht immer gesehen.
Der Stundenverrechnungssatz einer Werkstatt besteht schließlich nicht einfach aus dem Stundenlohn des Kfz-Mechatronikers zuzüglich eines kleinen Aufschlags.
Mit den verkauften Arbeitsstunden müssen unter anderem Lohnnebenkosten, Urlaub, Krankheit, Weiterbildung, Servicepersonal, Verwaltung, Gebäude, Energie, Versicherungen, Software, Werkzeuge, Diagnosegeräte, Finanzierung und zahlreiche weitere Kosten erwirtschaftet werden.
Darüber hinaus benötigt das Unternehmen einen angemessenen Gewinn.
Dieser Gewinn ist nicht nur die Vergütung für das unternehmerische Risiko.
Er finanziert auch zukünftige Investitionen und schafft Reserven für wirtschaftlich schwierigere Zeiten.
Auch der Teileertrag gehört auf den Prüfstand
Eine Werkstatt verdient ihr Geld allerdings nicht ausschließlich über Arbeitszeit.
Ersatzteile, Reifen, Betriebsstoffe und andere Materialien besitzen ebenfalls eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung.
Deshalb betrachte ich bei einer Ertragsanalyse Einkauf und Verkauf gemeinsam.
Wie haben sich Einkaufspreise verändert? Welche Konditionen bestehen bei den wichtigsten Lieferanten und wie werden diese Veränderungen in der Verkaufskalkulation berücksichtigt?
Wenn Einkaufspreise steigen, während die Verkaufspreise über längere Zeit kaum angepasst werden, kann der Umsatz weiterhin gut aussehen und gleichzeitig die Marge schrittweise sinken.
Gerade diese Entwicklung bleibt im hektischen Werkstattalltag häufig lange unbemerkt.
Nicht jedes Teil benötigt dieselbe Kalkulation
Eine starre Kalkulation über sämtliche Teilegruppen halte ich ebenfalls nicht immer für sinnvoll.
Ein kostengünstiger Verschleißartikel besitzt eine andere wirtschaftliche Struktur als ein hochpreisiges elektronisches Bauteil.
Bei Reifen herrscht ein anderes Wettbewerbsumfeld als bei manchen technischen Ersatzteilen.
Deshalb kann eine differenzierte Kalkulation helfen, einerseits einen angemessenen Rohertrag zu erzielen und andererseits marktgerechte Endpreise zu erhalten.
Das Ziel besteht für mich nicht darin, auf jedem einzelnen Ersatzteil den maximal möglichen Aufschlag zu erzielen.
Entscheidend ist der wirtschaftlich vernünftige Ertrag des gesamten Auftrages.
Kostenlose Zusatzleistungen sind trotzdem nicht kostenlos
Viele freie Werkstätten leben von persönlichem Service.
Ein Stammkunde wird nach Hause gefahren, ein Fahrzeug kurzfristig eingeschoben oder eine kleine zusätzliche Arbeit aus Kulanz nicht berechnet.
Diese traditionelle Kundenorientierung besitzt einen hohen Wert und sollte keineswegs vollständig abgeschafft werden.
Der Unternehmer sollte allerdings wissen, welche Kosten dadurch entstehen.
Wenn Hol- und Bringservice, Ersatzmobilität und zahlreiche kleine Zusatzleistungen über Jahre zur kostenlosen Selbstverständlichkeit werden, ohne in der allgemeinen Kalkulation berücksichtigt zu sein, kann sich der Ertrag deutlich verschlechtern.
Kulanz soll bleiben.
Sie sollte nur eine bewusste unternehmerische Entscheidung sein.
Marl besitzt einen besonderen industriellen Hintergrund
Marl liegt im nördlichen Ruhrgebiet am Übergang zum Münsterland und gehört zum Kreis Recklinghausen. Die Stadt ist geprägt durch ihre industrielle Geschichte und insbesondere durch die Chemiewirtschaft.
Nach den verfügbaren Strukturdaten lag der Anteil des produzierenden Gewerbes deutlich über dem nordrhein-westfälischen Durchschnitt. Der Chemiepark Marl ist mit rund 10.000 Beschäftigten der mit Abstand bedeutendste einzelne Arbeitgeber am Standort.
Hinzu kommen mittelständische Unternehmen, Handwerk, Logistik und Dienstleistungen.
Für eine Kfz Unternehmensberatung in Marl ist diese Struktur interessant, weil dadurch neben privaten Fahrzeughaltern ein erheblicher Markt gewerblich genutzter Pkw und Transporter entsteht.
Industrie und Gewerbe schaffen interessante Werkstattkunden
Handwerksunternehmen, technische Dienstleister, Industrieunternehmen, Logistiker und andere gewerbliche Betriebe benötigen Fahrzeuge für ihre tägliche Arbeit.
Für diese Kunden besitzt ein Fahrzeug einen anderen Stellenwert als für einen klassischen Privatkunden.
Wenn ein privater Pkw einen Tag länger in der Werkstatt steht, ist das ärgerlich.
Wenn dagegen der Transporter eines Monteurs oder das Servicefahrzeug eines technischen Mitarbeiters ausfällt, kann möglicherweise ein geplanter Kundenauftrag nicht durchgeführt werden.
Fahrzeugstillstand besitzt dann einen unmittelbaren wirtschaftlichen Preis.
Eine Werkstatt, die diesen Zusammenhang versteht, kann ihr Leistungsangebot entsprechend gestalten.
Gewerbekunden kaufen vor allem Fahrzeugverfügbarkeit
Damit komme ich zum zweiten Schwerpunkt: der Gewerbekunden- und Flottenstrategie.
Viele Werkstattinhaber denken beim Flottengeschäft zunächst an große Unternehmen mit 30, 50 oder noch mehr Fahrzeugen.
Solche Kunden können interessant sein.
Für eine inhabergeführte freie Werkstatt halte ich allerdings auch kleinere und mittlere Fuhrparks für ausgesprochen attraktiv.
Ein Handwerksbetrieb mit sechs Transportern, ein technischer Dienstleister mit acht Fahrzeugen oder ein mittelständisches Unternehmen mit zwölf Pkw benötigt häufig keinen komplexen bundesweiten Flottenvertrag.
Diese Kunden benötigen vor allem einen verlässlichen Ansprechpartner.
Ein großer Fuhrpark ist nicht automatisch ein guter Kunde
Vor einiger Zeit habe ich in einem Beratungsprojekt die Wirtschaftlichkeit verschiedener Gewerbekunden untersucht.
Einer der größten Kunden des Betriebes erzeugte einen beeindruckenden Jahresumsatz.
Gleichzeitig erhielt er attraktive Rabatte, Fahrzeuge wurden abgeholt und zurückgebracht, bei Reparaturen musste häufig kurzfristig reagiert werden und die Zahlungsbedingungen waren deutlich großzügiger als bei Privatkunden.
Jede einzelne Leistung war nachvollziehbar.
In Summe entstand allerdings ein erheblicher Aufwand.
Erst als sämtliche Faktoren berücksichtigt wurden, konnte beurteilt werden, wie profitabel die Geschäftsbeziehung tatsächlich war.
Deshalb ist für mich nicht die Zahl der Fahrzeuge entscheidend, sondern der Deckungsbeitrag, den der Kunde nach Berücksichtigung aller Leistungen tatsächlich erwirtschaftet.
Kleinere Fuhrparks können hervorragend zur freien Werkstatt passen
Ein inhabergeführter Handwerksbetrieb und eine inhabergeführte Werkstatt können häufig sehr gut zusammenarbeiten.
Der Unternehmer kennt den Werkstattinhaber persönlich, Entscheidungen lassen sich direkt treffen und beide Seiten wissen, wie wichtig verlässliche Absprachen sind.
Eine Werkstatt kann Wartungstermine frühzeitig planen und versuchen, Ausfallzeiten so gering wie möglich zu halten.
Für den Gewerbekunden entsteht daraus ein konkreter Nutzen.
Er muss sich nicht bei jedem Fahrzeug erneut um Werkstatttermine kümmern und besitzt einen Ansprechpartner, der seinen Fuhrpark kennt.
Genau solche langfristigen Geschäftsbeziehungen halte ich für wertvoll.
Der niedrigste Preis ist bei einem Gewerbekunden nicht immer entscheidend
Wenn ein Monteur aufgrund eines Fahrzeugausfalls einen Arbeitstag verliert, sind einige Euro Unterschied beim Werkstattpreis möglicherweise von untergeordneter Bedeutung.
Zuverlässigkeit, Geschwindigkeit und planbare Standzeiten können wesentlich wichtiger sein.
Eine Werkstatt sollte diese Leistungen allerdings nicht einfach kostenlos anbieten.
Wenn besondere Priorisierung, Ersatzmobilität oder Hol- und Bringservice Bestandteil einer Flottenvereinbarung sind, müssen diese Leistungen wirtschaftlich berücksichtigt werden.
Guter Service benötigt eine gute Kalkulation.
Marl besitzt starke Pendlerbewegungen
Auch die regionalen Pendlerverflechtungen sind für den Werkstattmarkt interessant.
Aktuelle kommunale Planungsdaten nennen rund 17.800 Berufseinpendler und gut 20.100 Auspendler. Gleichzeitig sorgt die Lage zwischen Recklinghausen, Dorsten, Herten, Gelsenkirchen, Haltern am See und Oer-Erkenschwick für einen eng verflochtenen regionalen Wirtschaftsraum.
Für eine Werkstatt bedeutet das, dass das tatsächliche Einzugsgebiet nicht zwingend an der Stadtgrenze endet.
Der Kunde kann den Werkstattbesuch möglicherweise mit seinem täglichen Arbeitsweg verbinden.
A43 und A52 schaffen eine gute regionale Erreichbarkeit
Marl verfügt über eine gute Einbindung in das regionale Straßennetz.
Die A52 führt durch das Stadtgebiet und schafft Verbindungen unter anderem in Richtung Essen und Düsseldorf; über Marl-Sinsen besteht Anschluss an die A43 in Richtung Münster beziehungsweise südliches Ruhrgebiet. Die B225 verbindet Marl zudem mit Dorsten und Recklinghausen.
Diese Lage kann für Werkstattunternehmen interessant sein.
Sie bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Kunden aus dem gesamten Kreis Recklinghausen gewonnen werden.
Das tatsächliche Einzugsgebiet hängt von Standort, Spezialisierung und Reputation des einzelnen Betriebes ab.
Für einen Reifenwechsel fährt niemand unbegrenzt weit
Eine klassische Mehrmarkenwerkstatt wird in vielen Fällen einen überwiegend lokalen Kundenstamm besitzen.
Das kann wirtschaftlich hervorragend funktionieren.
Besitzt ein Betrieb dagegen besondere Kompetenz bei schwieriger Diagnose, bestimmten Fahrzeugmarken, Transportern oder anderen Spezialgebieten, steigt möglicherweise die Bereitschaft der Kunden, einen weiteren Weg in Kauf zu nehmen.
Deshalb interessiert mich bei einer Standortanalyse besonders, woher die heutigen Kunden tatsächlich kommen.
Kunden, die bereits jetzt einen ungewöhnlich langen Weg akzeptieren, können wertvolle Hinweise auf besondere Stärken des Betriebes liefern.
Der Strukturwandel eröffnet neue wirtschaftliche Perspektiven
Marl steht beispielhaft für den Wandel vieler Städte im nördlichen Ruhrgebiet.
Mit dem Ende des Bergbaus hat sich die Wirtschaftsstruktur verändert, während Chemie und Industrie weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Gleichzeitig entstehen neue Standorte und Branchen.
Ein Beispiel ist gate.ruhr auf einer ehemaligen Bergbaufläche. Dort entsteht unter anderem ein neuer Gewerbe- und Produktionsstandort von Thalia mit rund 56.000 Quadratmetern Fläche; in der vollständigen Ausbaustufe sind bis zu 1.000 Arbeitsplätze vorgesehen.
Für Werkstattunternehmen sind solche Entwicklungen interessant, weil neue Arbeitsplätze, Gewerbebetriebe und Verkehrsbewegungen auch neue potenzielle Kundenstrukturen schaffen können.
Ein Werkstattstandort sollte deshalb regelmäßig neu bewertet werden
Welche Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren im Umfeld angesiedelt?
Entstehen neue Gewerbegebiete und welche Branchen sind dort vertreten?
Verändern sich Verkehrsströme oder Wohngebiete?
Eine Werkstattimmobilie ist langfristig gebunden, weshalb Standortentwicklung bei strategischen Entscheidungen berücksichtigt werden sollte.
Das bedeutet nicht, jeder wirtschaftlichen Veränderung sofort hinterherzulaufen.
Der Unternehmer sollte lediglich wissen, wie sich sein Umfeld entwickelt.
Der Fahrzeugmarkt verändert sich gleichzeitig
Elektromobilität, Hybridantriebe, Fahrerassistenzsysteme und zunehmende Fahrzeugvernetzung werden auch für freie Werkstätten in Marl zunehmend relevant.
Für die übergeordnete Entwicklung des deutschen Fahrzeugmarktes nutze ich regelmäßig die Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes.
Dort lassen sich Fahrzeugbestände, Neuzulassungen und Veränderungen der unterschiedlichen Antriebsarten nachvollziehen.
Bundesweite Zahlen bilden für mich allerdings lediglich den Rahmen.
Für die Investitionsentscheidung einer Werkstatt ist der eigene Kundenbestand wesentlich wichtiger.
Was steht tatsächlich auf den eigenen Hebebühnen?
Welche Marken dominieren?
Wie alt sind die Fahrzeuge und wie schnell wächst der Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen?
Welche Arbeiten können die vorhandenen Mitarbeiter heute bereits selbst durchführen und welche Leistungen werden regelmäßig fremdvergeben?
Erst aus diesen Informationen lässt sich beurteilen, wann Investitionen in Hochvolttechnik, Diagnose oder Fahrerassistenzsysteme wirtschaftlich notwendig werden.
Eine technisch interessante Ausstattung ist noch keine wirtschaftlich gute Investition.
Sie muss ausreichend genutzt werden und langfristig ihr Geld verdienen.
Gewerbekunden können den technologischen Wandel beschleunigen
Gerade bei Firmenkunden sollte der zukünftige Fahrzeugbestand berücksichtigt werden.
Ein Unternehmen kann seine Flotte möglicherweise schneller elektrifizieren als die durchschnittliche Privatkundschaft.
Wer mehrere wichtige Gewerbekunden betreut, sollte deshalb wissen, wie deren Fahrzeugstrategie für die kommenden Jahre aussieht.
Plant ein Kunde beispielsweise, seine Transporter oder Dienstwagen schrittweise durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen, kann daraus zukünftiger Qualifikations- und Investitionsbedarf für die Werkstatt entstehen.
Strategische Kundenbetreuung bedeutet für mich deshalb auch, solche Entwicklungen frühzeitig zu kennen.
Neue Technik benötigt qualifizierte Mitarbeiter
Ein Diagnosegerät oder eine Hochvoltausrüstung lässt sich kaufen.
Fachliche Kompetenz entsteht dadurch noch nicht.
Mitarbeiter benötigen Weiterbildung und anschließend ausreichend praktische Erfahrung.
Deshalb gehören Investitions- und Personalplanung unmittelbar zusammen.
Der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Nordrhein-Westfalen bietet Informationen zu Branchenthemen, Berufsbildung und regionalen Kfz-Innungen.
Zusammen mit dem Kraftfahrt-Bundesamt sind damit bewusst mindestens zwei starke externe Fachquellen direkt in diesen Landingpage-Text eingebunden.
Gute Mitarbeiterzeit muss wirtschaftlich genutzt werden
Gerade in einem industriell geprägten Wirtschaftsraum konkurrieren freie Werkstätten bei technischen Fachkräften nicht nur untereinander.
Chemie, Industrie, Logistik und andere technische Arbeitgeber benötigen ebenfalls qualifiziertes Personal.
Umso wichtiger wird es, die vorhandenen Mitarbeiter sinnvoll einzusetzen.
Ein hervorragend ausgebildeter Kfz-Mechatroniker sollte möglichst wenig Zeit mit Ersatzteilsuche, unnötigen Fahrzeugbewegungen oder vermeidbaren organisatorischen Problemen verbringen.
Produktivität ist deshalb auch eine Frage der Mitarbeiterbindung.
Eine wirtschaftlich starke Werkstatt kann bessere Arbeitsplätze bieten
Hier schließt sich wiederum der Kreis zur Kalkulations- und Ertragsoptimierung.
Nur ein Unternehmen, das ausreichend verdient, kann dauerhaft gute Löhne zahlen, Mitarbeiter weiterbilden und moderne technische Ausstattung finanzieren.
Deshalb ist Gewinn für mich kein Selbstzweck.
Er schafft Handlungsmöglichkeiten.
Eine Werkstatt, die dauerhaft knapp kalkuliert, kann irgendwann notwendige Investitionen nicht mehr durchführen oder verliert beim Wettbewerb um gute Mitarbeiter.
Wirtschaftliche Gesundheit ist deshalb eine Voraussetzung für Zukunftsfähigkeit.
Traditionelle Werkstattwerte bleiben die Grundlage
Viele freie Werkstätten im Ruhrgebiet und im Kreis Recklinghausen haben sich über Jahrzehnte einen guten Ruf aufgebaut.
Persönliche Kundenbeziehungen, handwerkliche Qualität, Verlässlichkeit und pragmatische Lösungen gehören zu ihren traditionellen Stärken.
Diese Werte möchte ich ausdrücklich bewahren.
Professionelle Unternehmensführung bedeutet für mich nicht, einen inhabergeführten Betrieb in eine anonyme Organisation zu verwandeln.
Sie soll dafür sorgen, dass gute handwerkliche Arbeit auch wirtschaftlich angemessen bezahlt wird.
Ein guter Stammkunde darf weiterhin besonders behandelt werden
Natürlich darf ein Unternehmer einem langjährigen Kunden entgegenkommen.
Vielleicht wird eine Kleinigkeit einmal nicht berechnet oder ein kurzfristiger Termin ermöglicht.
Genau solche persönlichen Beziehungen machen freie Werkstätten aus.
Entscheidend ist lediglich, dass aus einer bewussten Ausnahme keine unbemerkte Regel für sämtliche Kunden wird.
Ein Unternehmer darf großzügig sein.
Er sollte wissen, was diese Großzügigkeit kostet.
Das ist für mich der Unterschied zwischen fehlender Kalkulation und bewusster Kundenorientierung.
Marl bietet große Chancen für gewerblich orientierte Werkstätten
Mit dem Chemiepark, zahlreichen mittelständischen Unternehmen, Logistik, Handwerk und neuen Gewerbeentwicklungen besitzt die Stadt eine Kundenstruktur, die für professionell organisierte Werkstattunternehmen interessant sein kann.
Die Stadt selbst beschreibt Marl auch 2026 als einen Standort, an dem Chemiepark, Logistik, Handwerk und Dienstleistungen den Arbeitsmarkt prägen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jede freie Werkstatt zukünftig möglichst stark ins Flottengeschäft gehen sollte.
Eine sehr erfolgreiche Privatkundenwerkstatt muss ihr Geschäftsmodell nicht verändern, nur weil Gewerbekunden verfügbar sind.
Die Strategie muss zum Unternehmen passen.
Eine gute Werkstatt sollte wissen, womit sie ihr Geld verdient
Genau darin sehe ich meine Aufgabe bei einer Kfz Unternehmensberatung in Marl.
Vielleicht ist eine Werkstatt hervorragend ausgelastet, während Stundenverrechnungssatz und Teilekalkulation mit der tatsächlichen Kostenentwicklung nicht mehr vollständig Schritt gehalten haben.
Vielleicht existiert aufgrund des industriellen Umfeldes erhebliches Potenzial bei kleineren und mittleren Gewerbekunden, das bislang kaum systematisch genutzt wird.
Möglicherweise betreut der Betrieb bereits mehrere große Flottenkunden, deren hohe Umsätze auf den ersten Blick attraktiv erscheinen, deren tatsächliche Rentabilität nach Berücksichtigung von Rabatten, Ersatzmobilität und Zusatzleistungen aber noch nie sauber untersucht wurde.
Oder die Analyse zeigt, dass vollkommen andere Bereiche wie Produktivität, Einkauf, Mitarbeiterentwicklung, Digitalisierung oder Unternehmensnachfolge größere wirtschaftliche Hebel besitzen.
Mein Ziel besteht nicht darin, einer gut ausgelasteten Werkstatt pauschal höhere Preise oder möglichst viele neue Flottenkunden zu empfehlen, sondern gemeinsam mit dem Unternehmer transparent herauszuarbeiten, welche Preise, Leistungen und Kundengruppen tatsächlich einen angemessenen wirtschaftlichen Beitrag leisten und wie aus hoher handwerklicher Qualität, einem starken industriellen Umfeld und langfristigen Kundenbeziehungen dauerhaft ein profitables und zukunftsfähiges Werkstattunternehmen entsteht.
Wenn Sie eine freie Kfz-Werkstatt, ein Autohaus oder ein anderes Unternehmen der Automobilbranche in Marl oder im Kreis Recklinghausen führen und Ihren Betrieb wirtschaftlich und strategisch weiterentwickeln möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

