Kfz Unternehmensberatung Moers – wenn eine volle Werkstatt noch Potenzial besitzt
Eine freie Kfz-Werkstatt kann über Wochen hervorragend ausgelastet sein und trotzdem jeden Tag wertvolle produktive Arbeitszeit verlieren. Volle Hebebühnen, zahlreiche Fahrzeuge auf dem Betriebsgelände und ein Terminkalender mit mehreren Tagen Vorlauf zeigen zunächst nur, dass ausreichend Nachfrage vorhanden ist. Ob diese Nachfrage auch wirtschaftlich optimal verarbeitet wird, ist eine andere Frage.
Gerade in Zeiten knapper Fachkräfte halte ich deshalb die Werkstattproduktivität für einen der wichtigsten Ansatzpunkte einer betriebswirtschaftlichen Analyse.
Mein Ziel besteht dabei nicht darin, dass Kfz-Mechatroniker schneller arbeiten, sondern dass sie ihre wertvolle Arbeitszeit möglichst wenig mit vermeidbaren Warte-, Such- und Organisationstätigkeiten verbringen.
Kfz Unternehmensberatung in Moers: Auslastung und Produktivität unterscheiden
Wenn ich im Rahmen einer Kfz Unternehmensberatung in Moers einen Betrieb analysiere, interessiert mich zunächst, wie viele produktive Arbeitsstunden grundsätzlich zur Verfügung stehen und wie viele davon tatsächlich verkauft werden können.
Ein Mitarbeiter kann den gesamten Tag beschäftigt sein und trotzdem regelmäßig produktive Zeit verlieren. Vielleicht fehlt ein Ersatzteil, der Arbeitsauftrag enthält nicht alle notwendigen Informationen oder eine zusätzliche Reparatur kann nicht begonnen werden, weil die Kundenfreigabe noch aussteht. Auch mehrfaches Rangieren von Fahrzeugen oder Rückfragen beim Werkstattinhaber können den Arbeitsablauf immer wieder unterbrechen.
Keine dieser Situationen erscheint für sich genommen besonders problematisch. Über mehrere Mitarbeiter und ein vollständiges Jahr hinweg können daraus jedoch erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen entstehen.
Nehmen wir als vereinfachte Modellrechnung eine Werkstatt mit sechs produktiven Mitarbeitern. Verliert jeder Mitarbeiter durchschnittlich nur 20 Minuten täglich durch vermeidbare Unterbrechungen, entstehen zusammen zwei Stunden pro Arbeitstag. Bei angenommenen 220 Arbeitstagen entspricht das rechnerisch 440 Stunden im Jahr.
Natürlich lässt sich nicht jede eingesparte Minute anschließend vollständig verkaufen. Die Rechnung zeigt aber, warum auch kleine organisatorische Verbesserungen wirtschaftlich relevant sein können.
Gute Werkstattorganisation beginnt vor dem Reparaturtermin
Ein produktiver Werkstattauftrag beginnt für mich bereits bei der Terminvereinbarung. Welche Arbeiten sind geplant, welche Beanstandungen nennt der Kunde und welche Ersatzteile werden voraussichtlich benötigt?
Je genauer diese Informationen vorliegen, desto besser kann der Auftrag vorbereitet werden. Wenn ein Mechaniker erst auf der Hebebühne feststellen muss, dass wichtige Informationen oder benötigte Teile fehlen, ist wertvolle Kapazität bereits verloren.
Deshalb betrachte ich Serviceannahme, Werkstatt und Teileversorgung als zusammenhängenden Prozess. Der Mechaniker benötigt einen verständlichen Arbeitsauftrag, die Teile sollten möglichst zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sein und bei notwendigen Zusatzarbeiten muss der Kunde schnell erreicht werden können.
Produktivität entsteht nicht durch mehr Hektik, sondern durch weniger vermeidbare Unterbrechungen.
Auch die Teileversorgung beeinflusst die Produktivität
Der günstigste Einkaufspreis ist deshalb nicht zwangsläufig die wirtschaftlich beste Lösung. Wenn ein Ersatzteil einige Euro günstiger angeboten wird, aber deutlich später eintrifft und währenddessen ein Fahrzeug einen Arbeitsplatz blockiert, kann der vermeintliche Einkaufsvorteil schnell verloren gehen.
Lieferfähigkeit, Teilequalität, Rückgabemöglichkeiten und Geschwindigkeit besitzen ebenfalls einen wirtschaftlichen Wert. Gerade bei einer gut ausgelasteten Werkstatt sollte deshalb nicht ausschließlich der Teilepreis betrachtet werden.
Dasselbe gilt für die Arbeitsvorbereitung. Werden häufig benötigte Teile bereits vor dem Termin bestellt und Kundenbeanstandungen möglichst genau aufgenommen, kann der Mechaniker konzentrierter arbeiten und die Wahrscheinlichkeit ungeplanter Unterbrechungen sinkt.
Moers besitzt ein großes regionales Einzugsgebiet
Moers liegt an einer wirtschaftlich interessanten Schnittstelle. Auf der einen Seite befindet sich das Ruhrgebiet mit Duisburg in unmittelbarer Nachbarschaft, auf der anderen Seite beginnt der stärker mittelständisch geprägte Niederrhein. Hinzu kommen Städte wie Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg und Krefeld.
Auch die überregionale Verkehrsanbindung spielt eine Rolle. Über die A40 bestehen direkte Verbindungen in Richtung Duisburg und Ruhrgebiet sowie nach Westen, während die A57 den Standort unter anderem mit Krefeld und dem weiteren Niederrhein verbindet.
Für eine freie Werkstatt entsteht daraus grundsätzlich ein großes potenzielles Einzugsgebiet.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Betrieb Kunden aus der gesamten Region gewinnen muss. Für klassische Wartungs- und Verschleißarbeiten spielt die Nähe weiterhin eine große Rolle. Besitzt eine Werkstatt dagegen besondere technische Kompetenz oder einen außergewöhnlich guten Ruf, kann die Bereitschaft zu längeren Anfahrtswegen deutlich steigen.
Warum bleiben Kunden einer freien Werkstatt über Jahre treu?
Damit komme ich zum zweiten Schwerpunkt: Kundenbindung und regionale Positionierung.
Viele freie Werkstätten besitzen einen erheblichen Vorteil, der in klassischen betriebswirtschaftlichen Auswertungen kaum sichtbar wird. Kunden kommen seit zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren immer wieder zum selben Betrieb.
Diese langfristigen Beziehungen sind ausgesprochen wertvoll.
Der Kunde kennt den Werkstattinhaber oder Serviceberater persönlich und vertraut darauf, dass notwendige Reparaturen vernünftig erklärt werden. Die Werkstatt kennt im Gegenzug das Fahrzeug und häufig sogar dessen Historie.
Gerade in einem Markt mit zahlreichen Werkstattalternativen kann dieses Vertrauen ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.
Eine gute Positionierung muss nicht künstlich erfunden werden
Wenn ich die Positionierung einer Werkstatt analysiere, möchte ich deshalb zunächst verstehen, warum bestehende Kunden gerade diesen Betrieb auswählen.
Vielleicht besitzt die Werkstatt besondere Erfahrung mit bestimmten Fahrzeugmarken. Möglicherweise verfügt sie über hervorragende Diagnosekompetenz oder betreut besonders viele Transporter und Gewerbekunden. Ein anderer Betrieb überzeugt vor allem durch außergewöhnlich persönliche Betreuung und einen über Jahrzehnte gewachsenen Kundenstamm.
Solche Stärken müssen nicht künstlich durch Marketing erfunden werden.
Sie sind häufig bereits vorhanden und müssen lediglich konsequenter sichtbar gemacht werden.
Gerade Kunden, die aus Duisburg, Krefeld, Kamp-Lintfort oder anderen umliegenden Städten bewusst nach Moers fahren, können interessante Hinweise liefern. Wenn Menschen einen längeren Anfahrtsweg akzeptieren, gibt es meistens einen Grund dafür.
Kundenbindung darf trotzdem nicht mit kostenlosen Leistungen verwechselt werden
Persönlicher Service gehört zu den traditionellen Stärken freier Werkstätten. Ein langjähriger Kunde erhält kurzfristig einen Termin, wird nach Hause gefahren oder bekommt bei einer kleinen Zusatzleistung einmal Kulanz.
Diese Form der Kundenorientierung möchte ich ausdrücklich erhalten.
Der Unternehmer sollte allerdings wissen, welche Kosten dadurch entstehen. Wenn Hol- und Bringservice, Ersatzmobilität und zahlreiche kleine Zusatzleistungen für immer mehr Kunden selbstverständlich werden, können erhebliche Kosten entstehen, die in der Kalkulation nicht ausreichend berücksichtigt sind.
Ein Werkstattinhaber darf großzügig sein. Die Großzügigkeit sollte allerdings eine bewusste unternehmerische Entscheidung bleiben.
Gewerbekunden können zum Standort Moers passen
Die Lage zwischen Niederrhein und Ruhrgebiet macht auch kleinere und mittlere Gewerbekunden interessant. Handwerksbetriebe, Dienstleister und andere mittelständische Unternehmen benötigen Pkw und Transporter für ihre tägliche Arbeit.
Bei diesen Kunden besitzt Fahrzeugverfügbarkeit einen konkreten wirtschaftlichen Wert. Wenn ein privater Pkw einen Tag länger in der Werkstatt steht, ist das unangenehm. Fällt dagegen der Transporter eines Handwerkers oder das Servicefahrzeug eines Technikers aus, kann möglicherweise ein geplanter Kundenauftrag nicht durchgeführt werden.
Eine Werkstatt, die Wartungen vorausschauend plant, Reparaturen zuverlässig durchführt und Standzeiten reduziert, kann deshalb einen echten Mehrwert bieten.
Trotzdem sollte nicht jeder Gewerbekunde automatisch als besonders attraktiv betrachtet werden. Rabatte, Hol- und Bringservice, Ersatzmobilität und Zahlungsziele müssen in die wirtschaftliche Betrachtung einbezogen werden.
Entscheidend ist nicht allein der Umsatz eines Kunden, sondern der Deckungsbeitrag, der nach Berücksichtigung sämtlicher Leistungen tatsächlich verbleibt.
Die Fahrzeugtechnik verändert gleichzeitig die Anforderungen
Elektromobilität, Hybridantriebe, Fahrerassistenzsysteme und zunehmende Fahrzeugvernetzung werden auch für freie Werkstätten in Moers wichtiger.
Für die übergeordnete Entwicklung des deutschen Fahrzeugbestandes bietet das Kraftfahrt-Bundesamt eine wichtige Informationsgrundlage. Fahrzeugbestände, Neuzulassungen und Veränderungen bei den Antriebsarten können dabei helfen, langfristige Entwicklungen einzuschätzen.
Für eine konkrete Werkstattentscheidung reicht die bundesweite Statistik allerdings nicht aus. Entscheidend ist der eigene Fahrzeugbestand.
Welche Marken stehen tatsächlich auf den Hebebühnen? Wie alt sind die Fahrzeuge und wie entwickelt sich der Anteil elektrifizierter Modelle? Welche Arbeiten werden bereits heute regelmäßig fremdvergeben?
Erst daraus sollte abgeleitet werden, welche Investitionen in Diagnose, Hochvolttechnik oder Fahrerassistenzsysteme wirtschaftlich sinnvoll sind.
Moers besitzt eine starke regionale Kfz-Infrastruktur
Eine Besonderheit des Standortes ist das Handwerkliche Bildungszentrum Moers in der Repelener Straße. Die Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Niederrhein nutzt das Bildungszentrum für überbetriebliche Ausbildung und technische Weiterbildungen, unter anderem zu Hochvoltsystemen, Klimaanlagen, Airbagtechnik und weiteren aktuellen Werkstattthemen.
Für Werkstattinhaber und Mitarbeiter ist diese regionale Infrastruktur wertvoll, weil technische Veränderungen nicht ausschließlich Investitionen in neue Geräte erfordern. Entscheidend ist ebenso, dass die Mitarbeiter die neue Technik sicher beherrschen.
Als starke externe Fachquellen empfehle ich deshalb das Kraftfahrt-Bundesamt sowie die Kfz-Innung Niederrhein. Die Innung unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe ausdrücklich bei Ausbildung, technischen Themen und Betriebsberatung und betreibt in Moers einen eigenen Ausbildungsstandort.
Traditionelle Werkstattwerte und moderne Unternehmensführung gehören zusammen
Viele freie Werkstätten am Niederrhein sind über Jahrzehnte erfolgreich geworden, weil persönliche Kundenbeziehungen, handwerkliche Qualität und Verlässlichkeit einen hohen Stellenwert besitzen.
Diese traditionellen Stärken möchte ich ausdrücklich erhalten.
Professionelle Unternehmensführung bedeutet für mich nicht, daraus einen anonymen Großbetrieb zu machen. Gute Prozesse sollen persönliche Betreuung nicht ersetzen, sondern dafür sorgen, dass sie wirtschaftlich und organisatorisch dauerhaft funktioniert.
Vielleicht ist eine Werkstatt in Moers bereits hervorragend ausgelastet, verliert aber jeden Tag produktive Zeit durch schlecht vorbereitete Aufträge oder fehlende Ersatzteile. Vielleicht funktionieren die Prozesse ausgesprochen gut, während besondere technische Kompetenzen gegenüber dem regionalen Wettbewerb noch nicht ausreichend sichtbar werden. Möglicherweise zeigt die Analyse auch, dass Kalkulation, Mitarbeiterentwicklung, Einkauf oder Unternehmensnachfolge wesentlich größere wirtschaftliche Hebel besitzen.
Mein Ziel bei einer Kfz Unternehmensberatung in Moers besteht nicht darin, einer erfolgreichen Werkstatt einfach zusätzliche Aufträge zu verschaffen, sondern gemeinsam mit dem Unternehmer vorhandene Kapazitäten wirtschaftlich besser zu nutzen, gewachsene Kundenbeziehungen zu stärken und diejenigen Kompetenzen sichtbar zu machen, durch die sich der Betrieb langfristig vom Wettbewerb unterscheidet.
Wenn Sie eine freie Kfz-Werkstatt, ein Autohaus oder ein anderes Unternehmen der Automobilbranche in Moers oder am Niederrhein führen und Ihren Betrieb wirtschaftlich und strategisch weiterentwickeln möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.



