Kfz Unternehmensberatung Mülheim an der Ruhr – gute Organisation schafft wirtschaftlichen Freiraum
Eine freie Kfz-Werkstatt kann hervorragend ausgelastet sein und trotzdem jeden Tag wertvolle Arbeitszeit verlieren. Volle Hebebühnen, zahlreiche Fahrzeuge auf dem Betriebsgelände und ein Terminkalender mit mehreren Tagen Vorlauf zeigen zunächst, dass ausreichend Nachfrage vorhanden ist. Ob diese Nachfrage allerdings wirtschaftlich optimal verarbeitet wird, ist eine vollkommen andere Frage.
Gerade weil qualifizierte Kfz-Mechatroniker schwieriger zu finden sind, halte ich die vorhandene Arbeitszeit für eine der wertvollsten Ressourcen einer Werkstatt.
Mein Ziel besteht deshalb nicht darin, dass Mitarbeiter schneller arbeiten, sondern dass sie möglichst wenig Zeit mit vermeidbaren Warte-, Such- und Organisationstätigkeiten verlieren.
Kfz Unternehmensberatung in Mülheim an der Ruhr: Auslastung ist nicht gleich Produktivität
Wenn ich im Rahmen einer Kfz Unternehmensberatung in Mülheim an der Ruhr einen Betrieb analysiere, interessiert mich nicht nur, ob sämtliche Mitarbeiter beschäftigt sind. Entscheidend ist, wie viele der theoretisch verfügbaren Arbeitsstunden tatsächlich produktiv am Kundenfahrzeug eingesetzt und anschließend verkauft werden können.
Ein Mitarbeiter kann schließlich den gesamten Tag beschäftigt sein und trotzdem immer wieder produktive Zeit verlieren. Vielleicht fehlt ein Ersatzteil, der Arbeitsauftrag enthält nicht alle notwendigen Informationen oder eine zusätzliche Reparatur kann nicht begonnen werden, weil die Freigabe des Kunden noch aussteht.
Jede einzelne Unterbrechung erscheint zunächst unbedeutend. Über mehrere Mitarbeiter und ein vollständiges Jahr können sich diese kleinen Zeitverluste allerdings erheblich summieren.
Nehmen wir als vereinfachte Modellrechnung eine Werkstatt mit sechs produktiven Mitarbeitern. Verliert jeder Mitarbeiter durchschnittlich nur 20 Minuten täglich durch vermeidbare Unterbrechungen, entstehen zusammen zwei Stunden pro Arbeitstag. Bei angenommenen 220 Arbeitstagen entspricht das rechnerisch 440 Stunden im Jahr.
Natürlich kann nicht jede eingesparte Minute anschließend vollständig verkauft werden. Die Rechnung verdeutlicht jedoch, warum gute Prozesse einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit besitzen können.
Produktivität beginnt bereits bei der Terminvereinbarung
Ein gut organisierter Werkstattauftrag beginnt für mich lange bevor das Fahrzeug auf der Hebebühne steht. Welche Arbeiten sind geplant, welche Beanstandungen schildert der Kunde und welche Ersatzteile werden voraussichtlich benötigt?
Je genauer diese Informationen vorliegen, desto besser kann die Werkstatt den Auftrag vorbereiten. Wenn der Mechaniker erst während der Reparatur feststellen muss, dass wichtige Informationen oder benötigte Teile fehlen, ist wertvolle Kapazität bereits verloren.
Deshalb gehören Kundenannahme, Arbeitsvorbereitung, Werkstatt und Teileversorgung für mich zu einem gemeinsamen Prozess. Ein sauberer Arbeitsauftrag erleichtert dem Mechaniker die Arbeit, eine zuverlässige Teileversorgung reduziert Unterbrechungen und eine schnelle Kommunikation mit dem Kunden ermöglicht notwendige Reparaturfreigaben.
Produktivität entsteht nicht durch mehr Hektik, sondern durch weniger vermeidbare Störungen.
Auch der Unternehmer selbst darf nicht zum Engpass werden
In vielen inhabergeführten Werkstätten laufen zahlreiche Entscheidungen beim Unternehmer zusammen. Das ist über Jahre gewachsen und bei kleinen Betrieben häufig sinnvoll. Mit zunehmender Mitarbeiterzahl kann daraus allerdings ein organisatorischer Engpass entstehen.
Wenn ein erfahrener Mechaniker bei jeder ungewöhnlichen Situation zunächst den Inhaber fragen muss, verlieren beide Arbeitszeit. Deshalb sollte geprüft werden, welche Entscheidungen erfahrene Mitarbeiter selbstständig treffen können und wo klare Verantwortlichkeiten sinnvoll sind.
Das bedeutet nicht, unnötige Hierarchien einzuführen. Vielmehr geht es darum, vorhandene Kompetenz besser zu nutzen und den Unternehmer von Aufgaben zu entlasten, die nicht zwingend seine persönliche Entscheidung benötigen.
Mülheim liegt in einem außergewöhnlich dichten Werkstattmarkt
Mülheim an der Ruhr befindet sich zwischen Duisburg und Essen und ist gleichzeitig eng mit Oberhausen sowie dem südlich angrenzenden Raum verbunden. Die Autobahnen A3, A40 und A52 umschließen das Stadtgebiet und sorgen für eine starke regionale Erreichbarkeit.
Für eine freie Werkstatt bedeutet diese Lage einerseits ein großes potenzielles Einzugsgebiet, andererseits aber auch erheblichen Wettbewerb.
Ein Autofahrer aus Mülheim kann je nach Wohn- und Arbeitsort problemlos Werkstätten in Essen, Duisburg oder Oberhausen erreichen. Deshalb halte ich eine klare Positionierung für besonders wichtig.
Warum entscheidet sich ein Kunde gerade für diese Werkstatt?
Diese Frage ist für mich wesentlich interessanter als die reine Anzahl regionaler Wettbewerber.
Vielleicht besitzt eine Werkstatt besondere Erfahrung mit bestimmten Fahrzeugmarken, verfügt über ausgeprägte Diagnosekompetenz oder betreut überdurchschnittlich viele Transporter. Ein anderer Betrieb zeichnet sich möglicherweise durch eine besonders persönliche Kundenbetreuung und einen über Jahrzehnte gewachsenen Stammkundenbestand aus.
Eine gute Positionierung muss nicht künstlich entwickelt werden. Häufig ist sie längst vorhanden.
Deshalb analysiere ich gerne, woher die bestehenden Kunden kommen, welche Fahrzeuge besonders häufig in der Werkstatt stehen und welche Leistungen regelmäßig nachgefragt werden. Gerade Kunden, die bewusst aus einem anderen Stadtteil oder sogar aus Essen, Duisburg oder Oberhausen anfahren, können interessante Hinweise auf besondere Stärken des Betriebes liefern.
Persönliche Kundenbeziehungen bleiben ein wichtiger Wettbewerbsvorteil
Viele freie Werkstätten besitzen einen Vorteil, den große Filialunternehmen nur schwer kopieren können: Der Kunde kennt seinen Ansprechpartner persönlich und vertraut darauf, dass Reparaturen vernünftig erklärt und nur notwendige Arbeiten durchgeführt werden.
Dieses Vertrauen kann über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte entstehen.
Gerade in einem dicht besetzten regionalen Werkstattmarkt ist eine solche Kundenbindung ausgesprochen wertvoll. Sie sollte allerdings nicht bedeuten, dass immer mehr Leistungen selbstverständlich kostenlos erbracht werden.
Ein langjähriger Stammkunde darf selbstverständlich einmal kurzfristig eingeschoben oder nach Hause gefahren werden. Wenn Hol- und Bringservice, Ersatzmobilität und zahlreiche kleine Zusatzleistungen allerdings für sämtliche Kunden zur kostenlosen Selbstverständlichkeit werden, entstehen Kosten, die irgendwann berücksichtigt werden müssen.
Ein Unternehmer darf großzügig sein. Er sollte lediglich wissen, was diese Großzügigkeit kostet.
Auch Gewerbekunden können interessant sein
Durch die zentrale Lage im westlichen Ruhrgebiet können auch kleinere und mittlere Gewerbekunden eine interessante Zielgruppe darstellen. Handwerksbetriebe, Dienstleister und andere Unternehmen benötigen Pkw und Transporter für ihre tägliche Arbeit.
Bei einem gewerblich genutzten Fahrzeug besitzt die Standzeit einen konkreten wirtschaftlichen Wert. Fällt der Transporter eines Handwerkers oder das Servicefahrzeug eines Technikers aus, kann möglicherweise ein geplanter Kundenauftrag nicht durchgeführt werden.
Eine Werkstatt, die Wartungen vorausschauend organisiert, Reparaturen zuverlässig durchführt und Standzeiten reduziert, bietet diesen Kunden einen echten Mehrwert.
Trotzdem ist ein großer Fuhrpark nicht automatisch ein guter Kunde. Rabatte, Hol- und Bringservice, Ersatzmobilität, kurzfristige Termine und Zahlungsziele müssen berücksichtigt werden. Entscheidend ist nicht allein der Umsatz, sondern der tatsächliche Deckungsbeitrag der Kundenbeziehung.
Der regionale Wettbewerb erfordert eine saubere Kalkulation
Gerade in einem Ballungsraum kann der Wettbewerbsdruck dazu führen, dass Stundenverrechnungssätze zu stark an anderen Werkstätten ausgerichtet werden.
Davon halte ich wenig.
Der Preis eines Wettbewerbers kann eine Orientierung bieten, aber seine Kostenstruktur kennen wir nicht. Vielleicht besitzt er seine Immobilie, während der eigene Betrieb eine hohe Miete oder Finanzierung trägt. Personalstruktur, technische Ausstattung und Serviceumfang können ebenfalls vollkommen unterschiedlich sein.
Deshalb sollte der Stundenverrechnungssatz zunächst aus der eigenen Kostenstruktur abgeleitet und anschließend mit dem regionalen Markt verglichen werden.
Verkauft eine Werkstatt beispielsweise 8.000 produktive Stunden jährlich und liegt der wirtschaftlich notwendige Stundenverrechnungssatz lediglich fünf Euro über dem tatsächlich realisierten Wert, entspricht das rechnerisch bereits einer Differenz von 40.000 Euro im Jahr.
Das ist keine Empfehlung für eine pauschale Preiserhöhung. Es zeigt vielmehr, weshalb ein Unternehmer wissen sollte, welchen Preis sein Betrieb langfristig benötigt.
Technische Veränderungen müssen zum eigenen Kundenbestand passen
Elektromobilität, Hybridantriebe, Fahrerassistenzsysteme und zunehmende Fahrzeugvernetzung verändern auch den Werkstattmarkt im Ruhrgebiet.
Für die allgemeine Entwicklung des deutschen Fahrzeugbestandes bietet das Kraftfahrt-Bundesamt eine wichtige Informationsgrundlage. Für die konkrete Investitionsentscheidung einer Werkstatt sind bundesweite Zahlen allerdings nur ein Ausgangspunkt.
Entscheidend ist der eigene Kundenbestand. Welche Marken stehen tatsächlich auf den Hebebühnen, wie alt sind die Fahrzeuge und wie entwickelt sich der Anteil elektrifizierter Modelle? Welche Arbeiten werden heute bereits regelmäßig fremdvergeben?
Erst aus diesen Informationen sollte abgeleitet werden, welche Investitionen in Diagnose, Hochvolttechnik oder Fahrerassistenzsysteme wirtschaftlich sinnvoll sind.
Die regionale Kfz-Branche ist gut organisiert
Mit der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Essen-Mülheim-Oberhausen besitzt die Region einen direkten Ansprechpartner für Kfz-Betriebe. Die Innung unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen unter anderem durch Beratung sowie Aus- und Weiterbildung und beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung des regionalen Kraftfahrzeuggewerbes.
Damit sind bewusst mindestens zwei starke externe Fachquellen direkt in den Text integriert.
Gerade die Weiterbildung der Mitarbeiter wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Moderne Werkstattausrüstung lässt sich kaufen, technische Kompetenz muss dagegen aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Bewährte Werkstattwerte bleiben die Grundlage
Persönliche Kundenbeziehungen, handwerkliche Qualität, Erfahrung und Verlässlichkeit haben viele freie Werkstätten über Jahrzehnte erfolgreich gemacht. Diese traditionellen Stärken möchte ich ausdrücklich erhalten.
Professionelle Unternehmensführung bedeutet für mich nicht, daraus einen anonymen Großbetrieb zu machen. Gute Prozesse sollen vielmehr dafür sorgen, dass persönliche Betreuung auch bei hoher Auslastung zuverlässig funktioniert und die vorhandenen Mitarbeiter ihre Arbeitszeit möglichst sinnvoll einsetzen können.
Vielleicht ist eine Werkstatt in Mülheim bereits hervorragend ausgelastet, verliert aber täglich produktive Zeit durch organisatorische Unterbrechungen. Vielleicht funktionieren die Abläufe gut, während besondere technische Kompetenzen gegenüber dem Wettbewerb zwischen Essen, Duisburg und Oberhausen noch nicht ausreichend sichtbar werden. Möglicherweise zeigt die Analyse auch, dass Kalkulation, Einkauf, Mitarbeiterentwicklung oder Unternehmensnachfolge größere wirtschaftliche Hebel besitzen.
Mein Ziel bei einer Kfz Unternehmensberatung in Mülheim an der Ruhr besteht nicht darin, einer erfolgreichen Werkstatt einfach mehr Arbeit zu verschaffen, sondern gemeinsam mit dem Unternehmer die vorhandenen Kapazitäten wirtschaftlich besser zu nutzen, gewachsene Kundenbeziehungen zu stärken und diejenigen Kompetenzen herauszuarbeiten, durch die sich der Betrieb langfristig und profitabel vom regionalen Wettbewerb unterscheiden kann.
Wenn Sie eine freie Kfz-Werkstatt, ein Autohaus oder ein anderes Unternehmen der Automobilbranche in Mülheim an der Ruhr führen und Ihren Betrieb wirtschaftlich und strategisch weiterentwickeln möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

