Kfz Unternehmensberatung Göttingen – wenn gute Mitarbeiter über die Zukunft entscheiden
Eine moderne Werkstatt kann neue Diagnosegeräte, Hebebühnen und Software kaufen.
Eine entscheidende Ressource lässt sich jedoch nicht einfach bestellen:
Menschen, die Verantwortung übernehmen und aus technischer Kompetenz wirtschaftlichen Erfolg machen.
Kfz Unternehmensberatung in Göttingen: Die Werkstatt als Unternehmen entwickeln
In meinen Gesprächen mit Werkstattinhabern begegnet mir häufig eine typische Situation.
Der Betrieb ist über viele Jahre gewachsen. Die Kunden sind zufrieden, die Auftragslage stimmt und technisch ist die Werkstatt gut aufgestellt.
Gleichzeitig ist der Inhaber für nahezu alles verantwortlich.
Er beantwortet technische Fragen, entscheidet bei Reklamationen, spricht mit wichtigen Kunden, kontrolliert Angebote und löst organisatorische Probleme.
Das funktioniert lange erstaunlich gut.
Irgendwann wird der Unternehmer jedoch selbst zum Engpass seines Unternehmens.
Genau solche Strukturen interessieren mich bei einer Kfz Unternehmensberatung in Göttingen.
Denn eine wirtschaftlich starke Werkstatt sollte nicht nur dann gut funktionieren, wenn der Inhaber persönlich anwesend ist.
Was passiert, wenn der Chef vier Wochen nicht da ist?
Diese Frage stelle ich Werkstattinhabern gerne.
Nicht vier Stunden.
Vier Wochen.
Wer führt in dieser Zeit die Mitarbeiter? Wer entscheidet bei einer Reklamation? Wer kümmert sich um organisatorische Probleme? Wer kann einem wichtigen Kunden eine verbindliche Entscheidung geben?
Wenn die Antwort fast immer lautet: „Das mache normalerweise ich“, besteht eine erhebliche Abhängigkeit vom Inhaber.
Genau an diesem Punkt setzte eines meiner Beratungsprojekte zur Mitarbeiterentwicklung an.
Die Mitarbeiter des Betriebes waren erfahren und engagiert. Trotzdem hatten sich die Strukturen über Jahre so entwickelt, dass wichtige Entscheidungen automatisch beim Chef landeten.
Wir haben deshalb nicht einfach Aufgaben verteilt. Zunächst ging es darum herauszufinden, welcher Mitarbeiter zukünftig welche Verantwortung übernehmen kann.
Ein guter Kfz-Mechatroniker kann beispielsweise technische Verantwortung übernehmen. Ein anderer Mitarbeiter besitzt vielleicht besonderes Talent im Kundenkontakt. Wieder ein anderer kann organisatorische Aufgaben übernehmen.
Mitarbeiterentwicklung bedeutet für mich deshalb wesentlich mehr als Weiterbildung.
Es geht darum, aus guten Fachkräften tragende Säulen des Unternehmens zu entwickeln.
Verantwortung muss gelernt werden
Das funktioniert allerdings nicht von heute auf morgen.
Wenn ein Mitarbeiter jahrelang gelernt hat, bei jeder ungewöhnlichen Situation den Chef zu fragen, kann der Unternehmer nicht plötzlich erwarten, dass dieser Mitarbeiter selbstständig weitreichende Entscheidungen trifft.
Verantwortung benötigt klare Grenzen.
Welche Entscheidung darf der Mitarbeiter selbst treffen? Bis zu welcher finanziellen Größenordnung? Wann muss der Inhaber informiert werden?
Gleichzeitig muss der Unternehmer bereit sein, Entscheidungen tatsächlich abzugeben.
Gerade dieser zweite Teil ist manchmal schwieriger als erwartet.
Viele Werkstattinhaber haben ihr Unternehmen selbst aufgebaut. Sie kennen jeden Ablauf und sind es gewohnt, Probleme persönlich zu lösen.
Aber mit zunehmender Unternehmensgröße verändert sich ihre Aufgabe.
Aus dem besten Problemlöser der Werkstatt muss zunehmend ein Unternehmer werden, der dafür sorgt, dass andere Probleme selbstständig lösen können.
Der zusätzliche Umsatz steht manchmal bereits auf der Hebebühne
Mein zweites Beratungsbeispiel betrifft die Verkaufsoptimierung.
Auch hier begegnet mir häufig eine interessante Situation.
Eine Werkstatt ist gut ausgelastet und denkt trotzdem darüber nach, wie sie zusätzliche Kunden gewinnen kann.
Dann frage ich zunächst:
Nutzen Sie das Potenzial der vorhandenen Kunden bereits vollständig?
Ein Fahrzeug kommt beispielsweise zur Inspektion. Während der Arbeiten stellt der Kfz-Mechatroniker fest, dass die Bremsen in absehbarer Zeit erneuert werden sollten. Gleichzeitig erreichen zwei Reifen langsam ihre Verschleißgrenze.
Der Kunde möchte diese Arbeiten heute noch nicht durchführen lassen.
Das ist vollkommen in Ordnung.
Entscheidend ist für mich, was danach geschieht.
Wird der festgestellte Reparaturbedarf dokumentiert? Wird dem Kunden verständlich erklärt, was zukünftig notwendig wird? Erhält er einen Preis? Und wird die zunächst verschobene Arbeit später wieder aufgegriffen?
Wenn diese Informationen lediglich auf einem alten Arbeitsauftrag stehen, entsteht aus einem technisch richtig erkannten Bedarf möglicherweise niemals ein Auftrag.
Verkaufen bedeutet nicht überreden
Das ist mir besonders wichtig.
Verkaufsoptimierung bedeutet für mich niemals, einem Kunden eine unnötige Reparatur zu verkaufen.
Eine freie Werkstatt lebt von Vertrauen.
Gerade traditionelle inhabergeführte Betriebe besitzen häufig Kundenbeziehungen, die über viele Jahre entstanden sind. Dieses Vertrauen ist ein wesentlicher Unternehmenswert.
Wenn allerdings ein tatsächlicher Reparaturbedarf besteht, sollte dieser professionell erklärt werden.
Der Kunde möchte wissen, was gemacht werden muss, warum es notwendig ist, welche Kosten entstehen und wie dringend die Reparatur ist.
Das ist kein aggressiver Verkauf.
Das ist gute Beratung.
Technische Kompetenz schafft erst dann wirtschaftlichen Wert, wenn sie verständlich beim Kunden ankommt.
Kleine Verbesserungen können wirtschaftlich groß werden
Nehmen wir eine reine Modellrechnung.
Eine Werkstatt bearbeitet durchschnittlich 15 Fahrzeuge am Tag. Durch bessere Bedarfserkennung, Dokumentation und Kundenkommunikation erhöht sich der durchschnittliche Auftragswert lediglich um 20 Euro.
Bei 220 Arbeitstagen entspricht das rechnerisch 66.000 Euro zusätzlichem Jahresumsatz.
Natürlich ist das nur ein Rechenbeispiel.
Es zeigt aber, warum ich bei einer gut ausgelasteten Werkstatt nicht automatisch zusätzliche Werbung empfehlen würde.
Vielleicht braucht sie keine weiteren Fahrzeuge auf dem Hof.
Vielleicht muss sie zunächst das wirtschaftliche Potenzial der vorhandenen Aufträge besser nutzen.
Göttingen besitzt einen besonderen regionalen Markt
Göttingen liegt im Süden Niedersachsens und ist das wirtschaftliche, wissenschaftliche und medizinische Zentrum einer weit über das eigentliche Stadtgebiet hinausreichenden Region.
Die Georg-August-Universität, die Universitätsmedizin sowie zahlreiche Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen prägen die Stadt. Gleichzeitig besitzt Göttingen durch seine Lage an der A7 und die überregionalen Verkehrsverbindungen eine sehr gute Erreichbarkeit.
Für eine Kfz Unternehmensberatung in Göttingen finde ich besonders die Pendlerstruktur interessant.
Die Stadt weist einen deutlichen Einpendlerüberschuss auf. Nach Angaben der Stadt kommen täglich bis zu 56.000 Einpendler nach Göttingen, während etwa 13.000 Menschen auspendeln.
Damit wird deutlich: Der wirtschaftlich relevante Markt Göttingens ist erheblich größer als die reine Wohnbevölkerung.
Fahrradstadt und trotzdem mehr als 61.000 Kraftfahrzeuge
Göttingen ist für seine starke Fahrradkultur bekannt.
Bei einer Mobilitätsbefragung entfielen 2022 rund 36 Prozent der Wege auf das Fahrrad. Der motorisierte Individualverkehr erreichte rund 30 Prozent.
Das könnte zunächst den Eindruck vermitteln, dass das Auto für Göttingen nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Die tatsächlichen Bestandszahlen zeigen ein differenzierteres Bild.
2023 waren in Göttingen 61.515 Kraftfahrzeuge registriert. Die Pkw-Dichte lag bei 433 Fahrzeugen je 1.000 Einwohner.
Für freie Werkstätten bleibt damit ein erheblicher Fahrzeugmarkt vorhanden.
Hinzu kommt das regionale Umfeld mit Bovenden, Rosdorf, Friedland und weiteren Gemeinden des Landkreises.
Deshalb würde ich einen Göttinger Werkstattmarkt niemals ausschließlich anhand der Stadtgrenze beurteilen.
Wissenschaftsstadt bedeutet besondere Kundenstrukturen
Göttingen unterscheidet sich wirtschaftlich von vielen klassischen Industriestädten.
Universität, Forschung, Medizin, Gesundheitswirtschaft, Dienstleistungen und technologieorientierte Unternehmen spielen eine wichtige Rolle.
Das kann auch Auswirkungen auf den Werkstattmarkt haben.
Neben klassischen Privatkunden gibt es Pendler, Beschäftigte großer Einrichtungen, Dienstleistungsunternehmen, Handwerksbetriebe und kleinere gewerbliche Flotten.
Diese Kundengruppen besitzen unterschiedliche Anforderungen.
Ein privater Fahrzeughalter legt vielleicht besonderen Wert auf Vertrauen und transparente Beratung.
Für einen Handwerksbetrieb können dagegen kurze Standzeiten entscheidend sein.
Wenn ein Transporter einen Tag ausfällt, steht möglicherweise nicht nur ein Fahrzeug. Ein Mitarbeiter kann seine geplanten Kundenaufträge eventuell ebenfalls nicht erledigen.
Eine gute Werkstattstrategie muss solche Unterschiede berücksichtigen.
Gewerbekunden müssen wirtschaftlich bewertet werden
Deshalb würde ich trotzdem niemals pauschal empfehlen, möglichst viele Flottenkunden zu gewinnen.
Ein Gewerbekunde kann hohen Umsatz erzeugen.
Vielleicht erwartet er gleichzeitig Sonderkonditionen, Ersatzmobilität, Hol- und Bringservice oder längere Zahlungsziele.
All diese Leistungen kosten Geld.
Mich interessiert deshalb nicht nur der Umsatz eines Kunden.
Ich möchte wissen, welcher Deckungsbeitrag nach Berücksichtigung des tatsächlichen Aufwandes übrig bleibt.
Ein Kunde mit 20 Fahrzeugen kann ausgesprochen interessant sein.
Er kann aber auch viel Kapazität binden und vergleichsweise wenig Ertrag erzeugen.
Nicht jeder zusätzliche Umsatz verbessert das Unternehmen.
Auch der Göttinger Fahrzeugbestand verändert sich
Elektromobilität spielt zunehmend eine Rolle.
Im kommunalen Klimabericht wurde für Göttingen für 2023 ein Elektroanteil am Pkw-Bestand von 4,2 Prozent ausgewiesen.
Diese Entwicklung wird weitergehen.
Für langfristige Marktanalysen nutze ich deshalb unter anderem die Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamtes.
Dort lassen sich Veränderungen bei Fahrzeugbestand, Neuzulassungen und Antriebsarten nachvollziehen.
Für die einzelne Werkstatt reichen bundesweite Zahlen allerdings nicht.
Mich interessiert, welche Fahrzeuge tatsächlich auf ihren Hebebühnen stehen.
Wie alt sind sie? Welche Marken dominieren? Wie entwickelt sich der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge? Welche Arbeiten werden heute bereits fremdvergeben?
Erst daraus entsteht eine wirtschaftlich sinnvolle Investitionsstrategie.
Neue Technik braucht qualifizierte Menschen
Damit komme ich wieder zur Mitarbeiterentwicklung.
Eine Werkstatt kann Hochvoltausrüstung kaufen.
Sie kann in Fahrerassistenzsysteme und neue Diagnosetechnik investieren.
Aber jemand muss diese Technik beherrschen.
Deshalb gehören technische Investitionen und Personalentwicklung für mich zusammen.
Ich möchte nicht erst über Qualifizierung sprechen, wenn eine bestimmte Kompetenz dringend benötigt wird.
Eine gute Unternehmensentwicklung versucht frühzeitig zu erkennen, welche Fähigkeiten in drei oder fünf Jahren notwendig sein werden.
Das betrifft technische Kenntnisse genauso wie Kundenkommunikation, Organisation und Führung.
Für regionale Themen rund um Ausbildung, Weiterbildung und Branchenentwicklung ist die Kfz-Innung Südniedersachsen ein wichtiger Ansprechpartner; sie hat ihren Sitz direkt in Göttingen. Der Kfz-Verband Niedersachsen-Bremen führt die Innung entsprechend in seiner regionalen Verbandsstruktur.
Gute Mitarbeiter sind schwerer zu kopieren als Werkstattausrüstung
Darin liegt aus meiner Sicht ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
Ein Wettbewerber kann dieselbe Hebebühne kaufen.
Er kann dasselbe Diagnosegerät bestellen.
Eine eingespielte Mannschaft mit erfahrenen Mitarbeitern, klaren Verantwortlichkeiten und guter Kundenkommunikation lässt sich dagegen nicht einfach kaufen.
Solche Strukturen entstehen über Jahre.
Deshalb würde ich einen Mitarbeiter nicht ausschließlich danach beurteilen, welche Arbeiten er heute erledigen kann.
Mich interessiert auch:
Welche Rolle kann dieser Mensch in fünf Jahren im Unternehmen übernehmen?
Diese Frage kann für Wachstum, Entlastung des Inhabers und eine spätere Unternehmensnachfolge entscheidend werden.
Die Werkstatt der Zukunft braucht weiterhin traditionelle Stärken
Bei allen Veränderungen möchte ich einen Punkt nicht vergessen.
Persönliche Betreuung.
Handwerkliche Qualität.
Erfahrung.
Verlässlichkeit.
Diese traditionellen Werte haben freie Werkstätten über Jahrzehnte erfolgreich gemacht.
Sie verlieren durch Digitalisierung und technische Veränderungen nicht automatisch an Bedeutung.
Im Gegenteil.
Gerade weil Fahrzeuge technisch komplexer werden, kann verständliche persönliche Beratung noch wertvoller werden.
Die Aufgabe besteht deshalb nicht darin, eine traditionelle freie Werkstatt vollständig neu zu erfinden.
Sie muss ihre bewährten Stärken mit professioneller Unternehmensführung verbinden.
Ein starkes Unternehmen funktioniert nicht nur über seinen Inhaber
Genau darin sehe ich meine Aufgabe bei einer Kfz Unternehmensberatung in Göttingen.
Ich möchte nicht möglichst viele Maßnahmen empfehlen.
Ich möchte herausfinden, welche Veränderungen für das einzelne Unternehmen wirtschaftlich sinnvoll sind.
Vielleicht müssen Mitarbeiter stärker entwickelt werden.
Vielleicht bestehen Potenziale bei Verkauf und Auftragswert.
Möglicherweise müssen Prozesse, Einkauf oder Kalkulation verbessert werden.
Oder der Unternehmer benötigt zunächst eine klare Vorstellung davon, wo sein Betrieb in fünf Jahren stehen soll.
Mein Ziel ist eine Werkstatt, in der technische Kompetenz, gute Mitarbeiter und wirtschaftliche Unternehmensführung zusammenpassen – und die zunehmend auch dann hervorragend funktioniert, wenn der Inhaber nicht jede Entscheidung persönlich treffen muss.
Wenn Sie eine freie Kfz-Werkstatt, ein Autohaus oder ein anderes Unternehmen der Automobilbranche in Göttingen oder Südniedersachsen führen und Ihren Betrieb wirtschaftlich und strategisch weiterentwickeln möchten, freue ich mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

