Kfz Unternehmensberatung Nordhorn – regionale Stärke gezielt nutzen
Eine freie Kfz-Werkstatt in Nordhorn sollte ihren Markt nicht ausschließlich anhand der Einwohnerzahl der Stadt betrachten. Als wirtschaftliches Zentrum der Grafschaft Bentheim besitzt Nordhorn ein deutlich größeres Einzugsgebiet, das durch die unmittelbare Nähe zu den Niederlanden zusätzlich geprägt wird.
Für einen Werkstattinhaber entsteht daraus eine interessante Ausgangssituation: Einerseits gibt es einen großen regionalen Kundenmarkt, andererseits können Autofahrer aufgrund der guten Verkehrsanbindung zwischen zahlreichen Werkstattangeboten wählen.
Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst viele Kunden zu gewinnen, sondern diejenigen Kunden und Leistungen zu entwickeln, die wirtschaftlich zum eigenen Betrieb passen.
Kfz Unternehmensberatung in Nordhorn: Der Markt endet nicht an der Stadtgrenze
Nordhorn ist mit rund 57.000 Einwohnern die mit Abstand größte Stadt der Grafschaft Bentheim, in der insgesamt rund 145.000 Menschen leben. Gleichzeitig besitzt die Stadt eine wichtige Arbeitsplatzfunktion. Aktuelle Arbeitsmarktdaten weisen knapp 24.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort sowie einen positiven Pendlersaldo aus.
Für eine Kfz Unternehmensberatung in Nordhorn bedeutet das, den Werkstattmarkt regional zu betrachten. Kunden können aus Wietmarschen, Neuenhaus, Uelsen, Emlichheim, Schüttorf oder anderen Orten der Grafschaft kommen und Nordhorn regelmäßig zum Arbeiten, Einkaufen oder für Dienstleistungen aufsuchen.
Hinzu kommt die besondere Grenzlage. Die Grafschaft Bentheim grenzt unmittelbar an die Niederlande und ist seit Jahrzehnten durch grenzüberschreitende wirtschaftliche und private Beziehungen geprägt.
Eine Werkstatt kann deshalb ein wesentlich größeres Einzugsgebiet besitzen, als es die reine Einwohnerzahl Nordhorns vermuten lässt.
Warum fahren Kunden gerade zu dieser Werkstatt?
Bei einer Standortanalyse interessiert mich deshalb besonders, woher die bestehenden Kunden tatsächlich kommen und warum sie gerade diesen Betrieb auswählen.
Vielleicht besitzt die Werkstatt besondere Erfahrung mit bestimmten Fahrzeugmarken, verfügt über ausgeprägte Diagnosekompetenz oder betreut besonders viele Transporter und gewerblich genutzte Fahrzeuge. Ein anderer Betrieb zeichnet sich möglicherweise durch persönliche Kundenbetreuung und einen über Jahrzehnte gewachsenen Stammkundenbestand aus.
Eine gute Positionierung muss nicht künstlich erfunden werden. Häufig ist sie längst vorhanden.
Besonders interessant sind Kunden, die einen längeren Anfahrtsweg akzeptieren. Wenn ein Fahrzeughalter beispielsweise aus einer anderen Gemeinde der Grafschaft regelmäßig nach Nordhorn fährt und dabei an mehreren Wettbewerbern vorbeikommt, sollte der Werkstattinhaber wissen, warum dieser Kunde gerade seinen Betrieb bevorzugt.
Genau solche Gründe können die Grundlage einer starken regionalen Positionierung bilden.
Gewerbekunden können in der Grafschaft interessant sein
Die Grafschaft Bentheim hat sich von einer traditionell stark durch die Textilindustrie geprägten Region zu einem vielseitigen Wirtschaftsstandort entwickelt. Der Landkreis bezeichnet sich heute als einen erfolgreichen ländlichen Wirtschaftsraum mit guten Bedingungen für mittelständische Unternehmen.
Für freie Werkstätten eröffnet diese Struktur Möglichkeiten bei gewerblichen Fahrzeughaltern.
Dabei denke ich keineswegs nur an große Flotten. Gerade Handwerksbetriebe, Dienstleister und mittelständische Unternehmen mit fünf, zehn oder fünfzehn Fahrzeugen können hervorragend zu einer inhabergeführten freien Werkstatt passen.
Für diese Unternehmen ist ein Pkw oder Transporter häufig ein wichtiges Arbeitsmittel. Fällt das Servicefahrzeug eines Technikers oder der Transporter eines Handwerkers aus, kann möglicherweise ein geplanter Kundenauftrag nicht durchgeführt werden.
Kurze Standzeiten, verbindliche Termine und eine zuverlässige Kommunikation besitzen deshalb einen konkreten wirtschaftlichen Wert.
Ein großer Fuhrpark ist nicht automatisch ein guter Kunde
Trotzdem sollte eine Werkstatt Gewerbekunden nicht ausschließlich nach ihrem Umsatz bewerten.
Ein größerer Fuhrpark kann attraktive Umsätze erzeugen, gleichzeitig aber erhebliche Sonderkonditionen erwarten. Rabatte, Hol- und Bringservice, Ersatzmobilität, kurzfristige Termine oder längere Zahlungsziele verursachen Kosten und organisatorischen Aufwand.
Deshalb interessiert mich der Deckungsbeitrag der gesamten Kundenbeziehung.
Ein regionales Handwerksunternehmen mit acht Fahrzeugen und fairen Konditionen kann wirtschaftlich wertvoller sein als ein deutlich größerer Fuhrpark, der zwar viel Umsatz erzeugt, aber gleichzeitig umfangreiche Zusatzleistungen beansprucht.
Gerade eine gut ausgelastete Werkstatt sollte deshalb wissen, mit welchen Kunden sie ihre knappen Kapazitäten belegt.
Gute Auslastung ist noch keine hohe Produktivität
Damit kommen wir zu einem weiteren wichtigen Punkt. Eine Werkstatt kann hervorragend ausgelastet sein und trotzdem jeden Tag produktive Arbeitszeit verlieren.
Ein Kfz-Mechatroniker kann acht Stunden beschäftigt sein, ohne diese acht Stunden vollständig am Kundenfahrzeug einsetzen zu können. Fehlende Ersatzteile, unvollständige Arbeitsaufträge, ausstehende Kundenfreigaben oder unnötige Fahrzeugbewegungen führen immer wieder zu Unterbrechungen.
Nehmen wir als vereinfachte Modellrechnung eine Werkstatt mit sechs produktiven Mitarbeitern. Verliert jeder Mitarbeiter durchschnittlich nur 20 Minuten täglich durch vermeidbare Warte-, Such- oder Organisationszeiten, entstehen zusammen zwei Stunden pro Arbeitstag. Bei 220 Arbeitstagen entspricht das rechnerisch 440 Stunden jährlich.
Natürlich lässt sich nicht jede eingesparte Minute anschließend vollständig verkaufen. Die Größenordnung zeigt allerdings, warum auch kleine organisatorische Verbesserungen wirtschaftlich relevant sein können.
Produktivität bedeutet für mich nicht, dass Mitarbeiter schneller arbeiten sollen, sondern dass qualifizierte Arbeitszeit möglichst wenig durch vermeidbare Störungen verloren geht.
Gute Arbeitsvorbereitung beginnt vor dem Werkstatttermin
Ein produktiver Werkstattauftrag beginnt deshalb bereits bei der Terminvereinbarung. Welche Arbeiten sind geplant, welche Beanstandungen schildert der Kunde und welche Ersatzteile werden voraussichtlich benötigt?
Je genauer diese Informationen vorliegen, desto besser kann der Auftrag vorbereitet werden.
Kundenannahme, Teileversorgung und Werkstatt sollten dabei als zusammenhängender Prozess betrachtet werden. Ein vollständig vorbereiteter Arbeitsauftrag reduziert Rückfragen, verfügbare Ersatzteile verhindern unnötige Wartezeiten und eine schnelle Kommunikation mit dem Kunden ermöglicht notwendige Reparaturfreigaben.
Gerade wenn qualifizierte Fachkräfte knapp sind, kann eine Verbesserung dieser Abläufe wesentlich sinnvoller sein als die Gewinnung zusätzlicher Aufträge.
Die Verkehrslage unterstützt ein größeres Einzugsgebiet
Nordhorn ist über die B213 sowie die nahe gelegenen Autobahnen A30 und A31 gut an das regionale Verkehrsnetz angebunden. Die A31 liegt bei wichtigen Gewerbestandorten nur wenige Kilometer entfernt, während über die B213 auch die Verbindung in Richtung A30 hergestellt wird.
Damit sind unter anderem Lingen, das Emsland, die übrige Grafschaft Bentheim und die niederländische Grenzregion gut erreichbar.
Für eine klassische Wartung wird ein Kunde trotzdem meistens eine Werkstatt in seiner näheren Umgebung bevorzugen. Bei besonderer technischer Kompetenz kann sich dieses Verhalten verändern.
Eine Werkstatt, die beispielsweise für schwierige Diagnosefälle, bestimmte Fahrzeugmarken oder Transporter einen hervorragenden Ruf besitzt, kann ein deutlich größeres Einzugsgebiet entwickeln.
Fachkräfte werden zur entscheidenden Ressource
Die vorhandenen Mitarbeiter spielen dabei eine zentrale Rolle. Moderne Werkstattausrüstung lässt sich kaufen, erfahrene Kfz-Mechatroniker dagegen wesentlich schwieriger.
Deshalb sollte ihre Arbeitszeit sinnvoll eingesetzt werden. Ein hervorragend qualifizierter Mitarbeiter sollte möglichst wenig Zeit mit Ersatzteilsuche, Fahrzeugbewegungen oder organisatorischen Rückfragen verbringen.
Gleichzeitig verändern Elektromobilität, Fahrerassistenzsysteme und zunehmende Fahrzeugvernetzung die Anforderungen an das technische Wissen.
Weiterbildung und Mitarbeiterentwicklung gehören deshalb unmittelbar zur Zukunftsstrategie einer freien Werkstatt.
Die regionale Kfz-Branche bietet Unterstützung
Nordhorn verfügt mit der Kfz-Innung Grafschaft Bentheim über eine eigene regionale Interessenvertretung. Die Innung ist Mitglied im Landesverband des Kraftfahrzeuggewerbes Niedersachsen-Bremen und verfügt ausdrücklich auch über einen Beauftragten für freie Werkstätten.
Als starke externe Fachquellen empfehle ich deshalb die Kfz-Innung Grafschaft Bentheim sowie das Kraftfahrt-Bundesamt.
Das Kraftfahrt-Bundesamt bietet wichtige Informationen zur Entwicklung des Fahrzeugbestandes und der Antriebsarten, während die regionale Innung für Werkstattunternehmen einen direkten Ansprechpartner vor Ort darstellt.
Technische Investitionen sollten dem eigenen Kundenbestand folgen
Die technische Entwicklung bedeutet allerdings nicht, dass eine freie Werkstatt jede neue Investition sofort tätigen muss.
Entscheidend ist der eigene Fahrzeugbestand. Welche Marken und Modelle stehen tatsächlich auf den Hebebühnen? Wie alt sind die Fahrzeuge und wie entwickelt sich der Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen? Welche Arbeiten werden regelmäßig an andere Unternehmen vergeben?
Erst aus diesen Informationen sollte abgeleitet werden, wann Investitionen in Hochvolttechnik, Diagnose oder Fahrerassistenzsysteme wirtschaftlich sinnvoll werden.
Eine technisch moderne Ausstattung ist schließlich nur dann eine gute Investition, wenn sie ausreichend genutzt wird und langfristig Geld verdient.
Bewährte Werkstattwerte bleiben die Grundlage
Persönliche Kundenbeziehungen, handwerkliche Qualität, Erfahrung und Verlässlichkeit haben viele freie Werkstätten in der Grafschaft Bentheim über Jahrzehnte erfolgreich gemacht. Gerade in einer mittelständisch und regional geprägten Wirtschaftsstruktur besitzen diese traditionellen Stärken weiterhin einen hohen Wert.
Professionelle Unternehmensführung bedeutet für mich nicht, daraus einen anonymen Großbetrieb zu machen.
Vielmehr geht es darum, bewährte Stärken mit guten Prozessen, einer wirtschaftlich sinnvollen Kundenstruktur und einer klaren regionalen Positionierung zu verbinden.
Vielleicht besitzt eine Werkstatt in Nordhorn bereits einen starken Kundenstamm aus der gesamten Grafschaft, nutzt diese regionale Position aber noch nicht konsequent. Vielleicht ist der Betrieb hervorragend ausgelastet, verliert jedoch täglich wertvolle Facharbeiterzeit durch organisatorische Unterbrechungen. Oder die Analyse zeigt, dass Kalkulation, Einkauf, Mitarbeiterentwicklung oder Unternehmensnachfolge wesentlich größere wirtschaftliche Hebel besitzen.
Mein Ziel bei einer Kfz Unternehmensberatung in Nordhorn besteht nicht darin, einer erfolgreichen Werkstatt einfach mehr Aufträge zu verschaffen, sondern gemeinsam mit dem Unternehmer herauszuarbeiten, welche Kunden und Leistungen wirtschaftlich besonders gut zum Betrieb passen, wie die vorhandenen Fachkräfte und Kapazitäten sinnvoll eingesetzt werden und wie daraus langfristig ein profitables und zukunftsfähiges Werkstattunternehmen entsteht.
Wenn Sie eine freie Kfz-Werkstatt, ein Autohaus oder ein anderes Unternehmen der Automobilbranche in Nordhorn oder der Grafschaft Bentheim führen und Ihren Betrieb wirtschaftlich und strategisch weiterentwickeln möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.



